Faschingswochenende - Rathaussturm - Umzüge

Am „Gombiga Dorschdig“ waren unsere Heininger Staren schon morgens unterwegs. Ihr Ziel war die Ernst-Weichel-Schule, denn diese wurde um 10 Uhr gestürmt und alle Schüler durften sich unser Federhäs und unsere tollen Masken anschauen. Um 14.00 Uhr machte man sich dann gemeinsam mit den Schulkindern auf den Weg das Rathaus zu stürmen. Der lange Zug von Hästrägern und Kindern durch Heiningen erregte viel Aufmerksamkeit und pünktlich um 14.30 Uhr begann dann unser Sturm des Rathauses. Der Bürgermeister Herr Aufrecht musste trotz verzweifelter Gegenwehr seinen Arbeitsplatz räumen und unserer Zunftmeisterin Petra Schwantzer seinen Schreibtisch zur Verfügung stellen.

Der Bürgermeister ist entmachtet
Der Bürgermeister ist entmachtet

Zur Gaudi der Schulkinder wurde der Bürgermeister mit einem Netz eingefangen und zum Aufwiegen mit Süßigkeiten vor das Rathaus gebracht. Bei tollem Wetter konnten die Kinder nun zuschauen, wie Herr Aufrecht auf die Waage stand. Leuchtende Kinderaugen verfolgten gespannt, wie der Zeiger der Waage nach oben ging, denn jedes Gramm, welches die Waage anzeigte, bedeutete für sie Süßigkeiten. Diese wurden anschließend an alle Kinder verteilt und die Freude war riesig! Zur Unterhaltung spielten Guggenmusiker fetzige Lieder und alle klatschten und sangen kräftig mit. Für das leibliche Wohl der begeisterten Zuschauer war natürlich auch gesorgt worden. Vor dem Rathaus gab es einen Stand mit Grillwürsten und Getränken. So konnte jeder seinen Hunger und Durst stillen und einen schönen Donnerstagnachmittag verbringen.

Am Donnerstagabend besuchten dann die Hästräger den Hallenfasching in der TSV-Halle. Nach einer kurzen Nacht ging es am nächsten Freitagmorgen auch schon wieder weiter. Eine Schar von Kirschkernspuckern war auf dem Weg zu den Heininger Kindergartenkindern. Es standen der Hofkindergarten und der Breitekindergarten auf dem Programm. Ab 9.30 Uhr kamen unsere Staren im vollen Häs bei den Kindergartengruppen an und viele Kinderaugen konnten das Federhäs und die Masken bestaunen.

Gleich im Anschluss hieß es dann auf zum nächsten Event. Die Pfingstlümmel aus Hohenstadt hatte uns zu Ihrem Umzug eingeladen. Um 12.30 fuhr man  ab Heiningen gemeinsam los und kam trotz Stau vor Gruibingen gerade noch rechtzeitig am Aufstellplatz an. Der Umzug startete pünktlich um 14.00 Uhr und es wäre schade gewesen, wenn wir den verpasst hätten, denn die Zuschauer und die Stimmung in dem kleinen Ort Hohenstadt waren wie jedes Jahr einfach gigantisch. Wer jetzt noch nicht genug hatte,  der konnte um 17.00 Uhr gleich weiter mit dem Sammeltaxi nach Ulm fahren. Dort stand der Hemdglonker-Umzug durch die Altstadt auf dem Programm. Um 18.30 war Aufstellung am Münsterplatz und um 19.00 Uhr ging es gemeinsam mit vielen anderen Zünften los. Es war einfach ein phantastisches Bild, wie sich der Narrenwurm durch die Altstadt von Ulm schlängelte und dann am Zielpunkt Fischplätzle ankam. Dort wurden die Gruppen mit dem schönen Ritual der Fasnetsausgrabung durch das Erwecken des Danobius aus der Donau empfangen. Es war einfach sehenswert, was einem die Ulmer Hästräger da vortrugen. Im Anschluss daran fand in den verwinkelten Gässchen von Ulm und in den schönen Kneipen der Altstadt die Straßenfasnet statt und überall wurde gefeiert und gelacht. Wir hätten ewig bleiben können, doch leider fuhr unsere Zug nach Hause bereits um 22 Uhr. Doch das war auch gut so, denn das Wochenende hatte ja gerade erst begonnen. 

Am Samstag um 11.30 wartete der Bus schon darauf uns nach Kerkingen bei Bopfingen zu bringen. Dort liefen wir mit der Laufnummer 22 von über 50 Gruppen bei Ihrem Umzug mit. Zur anschließende Faschingsfeier luden dort das großen Festzelt, das Schlagerzelt, der Gasthof Linde und die Straßenstände im ganzen Dorf ein. Auf der Rückfahrt mit dem Bus hatten viele noch nicht genug und sangen kräftig weiter.
Wer sich jetzt voll verausgabt hatte, den weckte am Sonntagmorgen viel zu früh der Wecker. Pünktlich um 8.00 Uhr fuhr der Bus die Haltestelle beim Bürgerstüble an und es hieß: Dietenheim „Ranzenburg“ wir kommen! Mit den Dietenheimer Narrenzünften verbindet uns Heininger Kirschkernspucker schon eine jahrelange Freundschaft. Wie im Fluge verging die über einstündige Fahrt und wir erreichten pünktlich unseren Zielort. Wie jedes Jahr besuchten wir die übervolle Kirche, denn dort fand eine hörenswerte und sehr humorvolle Narrenmesse statt. Jeder im Ort bekam sein Fett ab, doch das nahmen alle mit Humor, denn es ist ja Fasnetszeit.

Die Masken der Hästräger bei der Narrenmesse
Die Masken der Hästräger bei der Narrenmesse

Zum Schluss der Messe schallte durch die ganze Kirche das gemeinsam gesungene „Ranzenburger Fasnetslied“ und ein kräftiges "Narro Ahoi". Nachdem sich alle stimmlich verausgabt hatten, musste man noch schnell Kräfte für den langen Umzug sammeln. Also ging es gemeinsam mit unseren befreundeten „Krottalach-Hexen“ zum Essen in die reservierte Pizzeria. Dort galt es in kürzester Zeit alle hungrigen Starenschnäbel und Hexenmäuler zu stopfen, denn um 13.30 musste man sich ja schon wieder für den Umzug aufstellen. Dieser war wie jedes Jahr einfach super. Trotz dem Schneegraupel von oben hatten sich viele Zuschauer an den Straßenrändern versammelt und riefen schon von weitem unseren Narrenruf "3 x Kirschkern-Spucker".

Umzug in "Ranzenburg"
Umzug in "Ranzenburg"

Von überall strahlten uns Kinderaugen an und auch die Erwachsenen war voll mit dabei. Durch ganz Ranzenburg schallte das „Narro Ahoi“ und viel zu schnell war der tolle Umzug vorbei. Jetzt hieß es „auf ins Pfarrhaus“, denn der nette Herr Pfarrer hatte wie jedes Jahr sein Wohnzimmer und seinen Balkon für die Narren geöffnet. Mit vielerlei leckeren Kuchen und Getränken sorgte er für das leibliche Wohl seiner Schäfchen. Bei soviel Fürsorge warf man beim Rausgehen gerne ein paar Euro in den Klingelbeutel. Aber auch sonst war im Ort die Hölle los. Aus dem Blumenladen um die Ecke und in allen Kneipen, Bars und Bistros des Ortes konnte man überall ein lautes „Narro Ahoi" hören und es wurde kräftig gefeiert und geschunkelt. Der Abschluss der Tour durch den Ort fand wie immer in der Halle statt. Schon von Weitem schallte einem die Musik entgegen und man konnte nochmal kräftig tanzen und mitsingen. Fast alle Zünfte vom Umzug waren hier versammelt und die Stimmung war gigantisch. Doch alles hat ein Ende und um 19.00 Uhr traten wir, mit dem Narrenruf der Ranzenburger auf den Lippen, auch schon wieder die Heimreise an. Ranzenburg wir kommen nächstes Jahr wieder – das ist sicher!

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