Chris Boettcher erobert die Herzen im Sturm

 

Am Samstag den 22.04.2018 hat in der Kleintierzüchterhalle in Heiningen eine ausgelassene Stimmung geherrscht. Mit dem Münchner Musikkabarettist Chris Boettcher hatten wir eine wahre Perle bester Unterhaltung nach Heiningen geholt. Im Handumdrehen waren die Herzen des Publikums erobert, ein Publikum das auf Zack war und alle Möglichkeiten zum Mitsingen, Mitklatschen und Lachen begeistert nutzte. Seine Texte hatten einen Tiefgang, der auch manchmal unter die Gürtellinie reichte. Freischwimmer ist der Titel des aktuellen Programms und Chris Boettcher holte uns zuerst auf die „Wiesn“ zum Oktoberfest. Er hatte die tolle Vorstellung, den G8-Gipfel in ein Bierzelt zu verlegen, die Mächtigen der Welt schunkeln gemeinsam, und jeder darf sich ein Liedchen wünschen. Der US-Präsident singt „Sex Trump“ (Original „Sex Bomb“ von Tom Jones), Erdogan lobpreist seinen eigenen Namen mit „Er-er-erdogan“ (Original Dschingis Khan von der gleichnamigen Gruppe), der Ungar Orban schmettert „Ein Zaun, der meinen Namen trägt (Original von DJ Ötzi „Ein Stern der deinen Namen trägt...) und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un nimmt sich den Udo Jürgens Hit zur Brust, der aus seiner Sicht am besten passt: „Ich schoss noch niemals auf New York, ich schoss noch niemals nach Hawai...“ Die Show von Chris Boettcher hatte eine volle Sogwirkung auf das Publikum und man war von Anfang an bestens unterhalten. Wesentliche Bestandteile seiner Show sind die Musik und die Parodie, die kombiniert manchen Altstar nochmals ins Scheinwerferlicht der Heininger Bühne rückte. Er parodiert Heino mit rosaroter Brille, einen entspannten Udo Lindenberg mit Hut, die Gruppe Rammstein, Peter Maffay mit seinem kleinen Tabaluga und Herbert Grönemeyer, bei dessen Lauten und Texten Chris Boettcher nach wie vor nach dem tiefen Sinn fragt.

 

In der Pause konnten sich die Zuschauer bei Butterbrezeln und Getränken für den zweiten Teil der Veranstaltung stärken. Jetzt hatte Chris Boettcher den Alltag fest im Blick. Als Vater weiß er, was es heißt, pubertierende Kinder zu haben. Mit seinem Lied „In der Pubertät“ besingt er aus Elternsicht den Wandel vom lieben Kind zum „Puber-Tier“ und erntet kräftig Applaus von den sich wiederfinden Eltern im Publikum. Doch alles hat sein Gutes, und so lautet die letzte Strophe des Liedes „Die Pubertät ist vom lieben Gott so gewollt, damit uns Eltern der Abschied nicht ganz so schwer foalt“. In den weiteren Texten ist die Pubertät nicht mehr relevant, denn Chris Boettcher zeigt an prominenten Beispielen, dass die spätere Karriere oft schon unmittelbar nach der Geburt erkennbar war. Dieter Bohlen hatte ein Geschrei das „Mega-Scheiße“ war, Beckenbauers Geburt war ein Kaiserschnitt, Stoibers erstes Wort war ein langes „Ääääääh“ und Seehofer konnte schon damals den Hals um 360 Grad drehen. Die Fußballer der Bundesliga kriegen im Laufe des Abends genauso ihr Fett weg wie der schwedische Möbelkonzern und unsere Bundeskanzlerin Angela mit den Händen zu einer Raute geformt.

 

 

 

Chris Boettcher im Fußballstadion

 

Das Publikum war bis zum Ende der Veranstaltung voll dabei und verlangt mehrmals um Zugabe. Nach fast 3 Stunden bester Unterhaltung verließ Chris Boettcher die Bühne und stand noch für Gespräche und Autogramme bereit.

 

 

Autogrammstunde mit unseren beiden Zunftmeisterinnen Petra und Brigitte

Es war ein wirklich gelungener und unterhaltsamer Sonntagabend und die Zuschauer machten sich erst zu später Stunde auf den Heimweg – mancher bestimmt mit Muskelkater vom vielen Lachen!

 

 

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